Alle Neuigkeiten

27 Juli 2026 / 4 Minuten Lesedauer

Das größte Sommerrisiko ist nicht immer ein Hacker

Hier sind 9 praktische Sicherheitstipps. Cyberkriminelle machen keinen Urlaub. Erfahren Sie, warum die Sommermonate besondere Cyberrisiken mit sich bringen und wie Sie Ihr Unternehmen auch unterwegs und im Homeoffice wirksam schützen können.


Wenn von einem Cyberangriff die Rede ist, denken die meisten Menschen an einen erfahrenen Hacker, der versucht, die Sicherheitsmaßnahmen eines Unternehmens zu überwinden. Die Realität ist jedoch oft viel einfacher. Viele Sicherheitsvorfälle entstehen nicht, weil Angreifer eine hochkomplexe Schwachstelle finden, sondern weil sie alltägliche Situationen ausnutzen, die gerade während der Urlaubszeit besonders häufig auftreten.

Die Sommermonate verändern die Art und Weise, wie Menschen arbeiten. Viele Beschäftigte sind nicht im Büro, sondern arbeiten aus Hotels, Flughäfen oder Cafés, nutzen häufiger mobile Geräte und erledigen ihre Aufgaben zwischen Reise und Erholung. Die Aufmerksamkeit lässt dabei ganz natürlich nach – genau auf diesen Moment warten Angreifer.

Cyberkriminelle machen schließlich keinen Urlaub. Im Gegenteil: Sie wissen, dass Teams im Sommer oft personell unterbesetzt sind, Entscheidungen von Vertretungen getroffen werden und Sicherheitsvorfälle häufig später erkannt werden als im normalen Arbeitsalltag. Ein unachtsamer Klick auf eine Phishing-E-Mail, die Anmeldung über ein ungesichertes WLAN oder ein verlorenes Notebook reichen aus, damit aus einer alltäglichen Situation ein Sicherheitsvorfall wird.

Bemerkenswert ist dabei, dass die meisten dieser Risiken nichts mit ausgefeilten Hackertechniken zu tun haben. Viel häufiger handelt es sich um eine Kombination aus menschlichen Fehlern und alltäglichen Betriebssituationen. Angreifer müssen heute nicht immer nach komplexen Schwachstellen suchen. Oft genügt es, den Moment auszunutzen, in dem jemand unter Zeitdruck arbeitet, sich in einer ungewohnten Umgebung befindet oder davon ausgeht, dass schon nichts passieren wird.

Deshalb sollten Unternehmen Cybersicherheit nicht nur als Sammlung technischer Lösungen verstehen. Firewalls, EDR-Lösungen oder Multi-Faktor-Authentifizierung sind wichtige Bestandteile eines Sicherheitskonzepts, reichen allein jedoch nicht aus. Ebenso wichtig ist es, Geräte aktuell zu halten, sensible Daten zu verschlüsseln und Mitarbeitende darin zu schulen, verdächtige Situationen auch außerhalb des Büros zu erkennen. Sicherheitsmaßnahmen müssen im Besprechungsraum genauso zuverlässig funktionieren wie am Flughafen oder am Pool.

Gerade deshalb empfehlen wir, während der Urlaubszeit einige einfache Regeln zu beachten, die das Risiko eines Sicherheitsvorfalls deutlich reduzieren können.

9 praktische Sicherheitstipps:

1. Vermeiden Sie öffentliche WLAN-Netzwerke

Nutzen Sie nach Möglichkeit mobile Daten oder ein VPN. Offene Netzwerke in Hotels, Flughäfen oder Cafés stellen ein unnötiges Sicherheitsrisiko dar.

2. Aktivieren Sie die Multi-Faktor-Authentifizierung (MFA)

Ein starkes Passwort allein reicht heute nicht mehr aus. Ein zweiter Authentifizierungsfaktor erschwert den Missbrauch von Benutzerkonten erheblich.

3. Verschlüsseln Sie Ihre Geräte

Geht ein Notebook oder Smartphone verloren, schützt die Festplattenverschlüsselung sensible Unternehmensdaten vor unbefugtem Zugriff.

4. Aktivieren Sie die Fernlöschung

Unternehmensgeräte sollten sich im Verlustfall aus der Ferne sperren oder vollständig löschen lassen.

5. Erstellen Sie vor der Reise Datensicherungen

Regelmäßige Backups minimieren die Folgen eines Geräteverlusts, eines Ransomware-Angriffs oder versehentlich gelöschter Daten.

6. Seien Sie wachsam gegenüber reisebezogenen Phishing-Angriffen

Cyberkriminelle nutzen häufig gefälschte E-Mails zu Flugbuchungen, Hotelreservierungen oder Zahlungen. Prüfen Sie daher Absender und Links sorgfältig, bevor Sie darauf klicken.

7. Verschieben Sie Sicherheitsupdates nicht

Installieren Sie Updates für Betriebssystem und Anwendungen möglichst noch vor Reisebeginn. Nicht eingespielte Sicherheitsupdates erhöhen das Risiko vermeidbarer Angriffe.

8. Speichern Sie Unternehmensdaten nicht in privaten Cloud-Diensten oder öffentlichen KI-Tools

Vertrauliche Informationen sollten ausschließlich in freigegebenen und verwalteten Unternehmensumgebungen verarbeitet und gespeichert werden.

9. Überlegen Sie genau, was Sie in sozialen Netzwerken teilen

Urlaubsfotos in Echtzeit verraten nicht nur, dass Sie nicht zu Hause sind. Sie können auch zeigen, wann wichtige Mitarbeitende nicht erreichbar sind oder Unternehmensstandorte weniger gut besetzt sind.

Der Sommer ist außerdem ein guter Zeitpunkt, um zu überprüfen, ob die bestehenden Sicherheitsmaßnahmen tatsächlich wirksam sind. Gerade wenn sich Arbeitsgewohnheiten verändern, zeigt sich, ob ein Unternehmen auch außerhalb des gewohnten Arbeitsalltags sicher funktioniert. Solche Überprüfungen helfen dabei, Schwachstellen zu erkennen, bevor Angreifer sie ausnutzen.

Urlaub sollte der Erholung dienen. Das bedeutet jedoch nicht, dass Cybersicherheit in den Hintergrund rücken darf. Das größte Risiko im Sommer ist häufig kein raffinierter Hackerangriff, sondern eine alltägliche Situation, die im Stress des Tages unterschätzt wird. Die gute Nachricht ist: Die meisten dieser Vorfälle lassen sich mit einfachen Vorsichtsmaßnahmen wirksam vermeiden.

logo

Bitte melden Sie sich für unseren Newsletter an, um alle wichtigen Neuigkeiten zu Cybersicherheit und ethischem Hacking zu erhalten.

© 2024 citadelo AG. Alle Rechte vorbehalten.

facebooklinkedinxyoutube